Die letzte Rettung: Das Avira Antivir Rescue System

Marco Kratzenberg

Manchmal geht gar nichts mehr. Einige Trojaner spionieren nicht unsere Bankzugänge aus, sondern greifen zur handfesten Erpressung. Das ganze System wird gesperrt, wichtige Dateien verschlüsselt und Windows lässt sich nicht mehr starten. Doch in solchen Fällen sollte man nicht sofort zum größten Hammer greifen und Windows komplett neu installieren. Oft hilft dabei schon der AntiVir Rescue System Download, der uns eine bootbare Linux-Rettungs-CD brennt, mit der wir das System scannen und säubern können. Wenn das nicht klappt, kann man ja immer noch neu installieren.

Avira Free Antivirus führt bei Tests in der Regel die Spitzengruppe an, was die Erkennungsrate und die Sicherheit angeht. Da liegt es doch nur nahe, zu diesem Virenscanner zu greifen, wenn der Rechner dicht macht. Und im Grunde ist es doch so: Man kann mit seinem Virenscanner zufrieden sein und weiter lustig vor sich hinarbeiten, wenn noch nichts passiert ist. Doch sobald sich ein hartnäckiger Trojaner in Windows festgesetzt hat, führt jeder weitere Schritt nur zu einer Vergrößerung der Katastrophe. Der Trojaner versteckt sich, er schaltet den Virenscanner aus, befällt weitere Dateien oder zerstört Daten. Das alles kann er aber nur, so lange Windows läuft, weil es sich bei diesen Schädlingen technisch ja um reine Windowsprogramme handelt.

Da wäre es doch schön, wenn man die Dinger von der Festplatte holen könnte, während Windows aus ist. Und genau das ist der Zweck der sogenannten Avira Antivir Rescue System CD – oder wie man früher sagte: Rettungs-CD.

Das Avira Antivir Rescue System auf CD brennen

Sinn macht eine Rettungsdisk natürlich nur, wenn man sie bereits vorher gebrannt hat. Wer nur über einen Rechner verfügt, steht da vor massiven Problemen. Denn auf dem verseuchten System kann er in der Regel die Rettungs-CD gar nicht mehr brennen.

Die Vorgehensweise ist folgende: Unter dem obigen Downloadlink finden wir eine Programmdatei, welche alle Daten der Rettungsdisk sowie ein CD-Brennprogramm enthält. Nachdem das Programm gestartet wurde, fordert es zum Einlegen eines CD-Rohlings auf.

AntiVir Rescue System CD brennen | winload.de

Das AntiVir Rescue System bringt das notwendige -CD-Brennprogramm gleich mit

Ist dieser beschreibbar und leer, wird eine bootbare Linux-Partition mit allen nötigen Avira-Dateien auf diese CD gebrannt, die man daraufhin an einem sicheren Ort unterbringen sollte.

Das Avira Antivir Rescue System in Aktion

Wenn der Ernstfall eingetreten ist, wird es Zeit, die Rettungs-CD herauszuholen. Doch viele Anwender stehen dann vor dem Problem, dass der Rechner nicht von der CD startet. Die meisten Computer sind so eingestellt, dass sie automatisch von der ersten Festplatte booten und genau das wollen wir ja nicht.

Also muss sofort beim Bootvorgang dafür gesorgt werden, dass die CD zum Starten genommen wird. Da das von System zu System unterschiedlich ist, können wir da kein allgemeingültiges Rezept geben. Aber in eigentlich allen Fällen wird beim Booten auf dem Bildschirm angezeigt, welche Taste man drücken muss, um entweder einen Bootmanager aufzurufen oder aber zumindest in die Einstellungen des Rechners zu kommen.

Gibt es einen Bootmanager, kann man direkt dort angeben, dass die CD zum Starten herangezogen werden soll. Ansonsten wechselt man halt in die Hardwareeinstellungen und gibt dort an, dass die Bootreihenfolge so zu ändern ist, dass das CD-Laufwerk den Vorrang bekommt.

Avira Antivir Rescue System Anleitung

Sobald der Rechner von der CD bootet, wird sich bei Windows-Anwendern etwas Verwirrung zeigen. Denn der Rechner zeigt scheinbar endlos lange Reihen von Befehlen und Aufrufen im Textmodus. Das Linux-Betriebssystem des Avira Antivir Rescue Systems schaltet schließlich in einen grafischen Modus, der nicht auf jedem Monitor perfekt und wunderschön aussieht, aber seine Arbeit tut.

Der erste Schritt sollte sein, oben rechts die Sprache auszuwählen und dann kann es eigentlich losgehen. Denn schließlich wollen wir das System reinigen und nicht nur gucken, ob es etwas verdächtiges gibt. Darum sollte man einfach alle anderen Einstellungen so lassen und loslegen.

Da natürlich in diesem Moment die Virenkennungen nicht tagesaktuell sind und wir andererseits in diesem Moment keine Internetverbindung haben, besteht hier ein kleines Problem. Leider ist die Einstellung des Linux-Systems für ungeübte Anwender ziemlich kompliziert, so dass man nur raten kann, die CD regelmäßig neu zu brennen oder aber auf einem anderen Rechner eine aktuelle CD herzustellen.

Avira Antivir Rescue Disk Linux Oberfläche | winload.de

In der Regel findet das Avira Antivir Rescue System auch Viren und kann sie – mit etwas Glück – beseitigen

Wenn man dann das Avira Antivir Rescue System seine Arbeit tun lässt, ist mit etwas Glück der Rechner virenfrei. Das dauert übrigens seine Zeit und ist abhängig von der Festplattengröße sowie der Anzahl der vorhandenen Dateien.

Nun können wir das System wieder herunterfahren, die CD entnehmen und Windows booten. Wenn alles klappt, haben wir Glück gehabt. Und wenn nicht, kann uns jetzt auch kein anderes Rettungs-System helfen. Dann muss tatsächlich am besten formatiert und neu installiert werden.

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